KASPAR HÄUSER MEER
von Felicia Zeller

REGIE Jakob Fedler
BÜHNE & KOSTÜME Bernhard Siegl
DRAMATURGIE Katja Prussas
MUSIK Jennifer Weeger
DRAMATURGIE Katja Prussas LICHTDESIGN Ernst Schießl
MIT Jutta Masurath, Martina Reichert, Gitte Reppin
DAUER ca. 1 Stunde, keine Pause

PREMIERE:  19.11.2009 |  Garage

 

Barbara, Silvia und Anika sind Sozialarbeiterinnen im Jugendamt. Ihr Kollege Björn ist krank geschrieben, da er unter einem Burnout-Syndrom leidet und keiner der Kollegen weiß, wann – und ob überhaupt – er wieder zurückkommen wird. Die drei Kolleginnen tun, was sie tun können, doch die Nerven liegen blank, denn das heißt, zusätzlich 104 Fälle von Björn mit lückenhafter Dokumentation zu übernehmen.
Der Alltag der Jugendsozialämter ist schonungslos geprägt von mechanisierten Arbeitsabläufen, die Fälle werden verwaltet und nicht gelöst, denn es fehlt die Zeit und die übergroße Verantwortung lähmt. Eine steigende Zahl von vernachlässigten, verwahrlosten und verhungerten Kindern sind die harten Fakten der Jugendämter. Der Kaspar Hauser von heute heißt Dennis, Lisa, Kevin oder Jessica. Die Tageszeitungen beschreiben Tag für Tag das Unfassbare dieser Fälle. Die reflexartige Frage, die dann folgt: Wo waren die Betreuer, die Sozialarbeiter? Versagensängste, Hysterie, Schuldgefühle, Depressionen sind die Folgen bei diesen und die Flucht in das Mantra „Wir schaffen das schon“. Doch die Wahrheit sieht ganz anders aus.
Felicias Zeller hat mit Jugendsozialarbeitern gesprochen und aus dem recherchierten Material einen rasanten Text geschrieben, der 2008 den Publikumspreis bei den 33. Mülheimer Theatertagen erhielt und den der Theaterkritiker Hartmut Krug in seiner Laudatio als „Theaterkunst“ und „Sprachkunst“ bezeichnete.



FOYERGESPRÄCH 1
KASPAR HAUSERS NACHKOMMEN

Fr 4.12. | 20.00 Uhr | Oberes Foyer im Markgrafentheater | Eintritt frei

Wir schaffen das schon irgendwie! So lautet der Ausruf der drei Jugendsozialarbeiterinnen in KASPAR HÄUSER MEER in Anbetracht ihrer Arbeits- und Lebenssituation. Ihr Alltag ist geprägt von bürokratischen Pflichten, Vorschriften, Einsparungsmaßnahmen, Verantwortlichkeit, Überbelastung, unfassbaren Fällen von Kindesverwahrlosung, Kindesmisshandlungen, Tod, Gewalt und verzweifelten Lebenssituationen. Die heutigen Nachkommen des sprachlosen Findlings Kaspar Hauser heißen Kevin, Lena, Elias, u.a. Wie gehen die Sozialarbeiter damit um? Wie groß ist die Angst der Behörden vorm Versagen? Mit welcher Medienschlacht sind die betroffenen Sozialarbeiter konfrontiert?

Diese und andere Fragen diskutieren Prof. Dr. Michael von Engelhardt, Soziologe und Vorsitzender des Fördervereins und Katja Prussas, Leitende Dramaturgin gemeinsam mit Edeltraud Höllerer, Leiterin des Jugendamtes Erlangen und Ralph Wolffs, Kinder – und Jugendtherapeut aus Mainz.

In Kooperation mit dem Förderverein Theater Erlangen.




TRAILER Florian Götz, Florian Reichart

KASPAR HÄUSER MEER
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