Hans-Werner Kroesinger

Regisseur

Geboren 1962 in Bonn, Studium Drama/Theater/Medien am Institut für Angewandte Theaterwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen. Noch während des Studiums war Kroesinger Regieassistent und Dramaturg für Robert Wilson. 1989 wird er künstlerischer Mitarbeiter Heiner Müllers bei der Produktion „Hamlet/Hamletmaschine“ am Deutschen Theater Berlin. Seit 1993 eigene Inszenierungen sowohl an renommierten Stadt- und Staatsbühnen wie dem Berliner Ensemble, dem Staatstheater Stuttgart, dem Bayrischen Staatsschauspiel oder dem Maxim Gorki Theater Berlin als auch in der freien Szene, vor allem am HAU, in den Sophiensälen, im FFT Düsseldorf, im Festspielhaus Dresden-Hellerau oder dem Theaterhaus Gessnerallee Zürich.
Kroesingers Arbeiten wurden zu renommierten nationalen und internationalen Festivals wie „Politik im freien Theater“ (Hamburg, Dresden und Freiburg), „Cultura Nova“ (Herleen 2008), „Impulse“ (NRW 2009) oder dem „Theatertreffen“ (Berlin 2016) eingeladen.

2007 erhielt der Regisseur den Brüder-Grimm-Preis des Landes Berlin für seine Kinder- und Jugendtheaterinszenierung „Kindertransporte“ im Berliner Theater an der Parkaue. Mit „Ruanda Revisited“ wurde er 2009 zum renommierten Festival „Impulse“ eingeladen.
Hans-Werner Kroesinger ist einer der wichtigsten Vertreter des zeitgenössischen Dokumentartheaters. Kroesinger geht es nicht darum, Standpunkte einzunehmen, sondern darum, „den Mechanismus durchschaubar zu machen, in dem man agiert.“ Deshalb kombiniert er stets verschiedene Blickwinkel, Texte und Medien so miteinander, dass sie sich gegenseitig kommentieren, ergänzen, bisweilen auch dekonstruieren. Kroesingers Arbeiten sind Versuchsanordnungen, in denen Dokumente mit literarischen Texten, Live-Spieler mit Videoübertragungen oder Statistiken mit Augenzeugenberichten in Beziehung gesetzt werden.