paradies spielen

(abendland. ein abgesang) von Thomas Köck

"Dazu hat Ott ihre Schauspieler zu minimalem Spiel angehalten, eindringliche Monologe - etwa von Enrique Fiß, dessen weitere Entwicklung es unbedingt zu verfolgen gilt - wechseln mit präzisen Chorszenen von eisiger Kälte. Dazwischen Späße, bei denen einem das Lachen im Hals stecken bleibt." (Süddeutsche Zeitung, 04.07.18)

Es sind zwei Stunden, in der duch eine kluge Inszenierung die Wucht dieses Textes, der gerade mit dem Mülheimer Theaterpreis ausgezeichnet wurde, herausgearbeitet wird. (...) Die Stakkato-Sätze, die Chorauftritte, die Wiederholungen, die Zitate, die ans Publikum gerichteten Reden, die Querverweise und Monologe werden geschickt miteinander verbunden." (Erlanger Nachrichten, 03.07.18)

„Die mitteleuropäische Erschöpfung“ findet „im ewigen ICE“ statt. Fünf Reisende und ein mysteriöser Zugbegleiter rasen ohne Halt durch die Landschaft ins Ungewisse. Parallel dazu
wird die Geschichte eines chinesischen Wanderarbeiterpärchens erzählt, das voller
Hoffnungen wochenlang im Zug nach Europa gefahren ist, um wieder nur Kleidung in Massen zu produzieren. Und mittendrin ein Sohn am Krankenbett seines Vaters, der schwere Verbrennungen erlitten hat. Das Herz schlägt noch. Die Erde ist noch nicht verbrannt. Lohnt es sich noch zu kämpfen? Auf poetische und sprachgewaltige Art und Weise verwebt Köck persönliche Erlebnisse mit einem Gesellschaftsbild kurz vor dem Kollaps.

Für diesen dritten und abschließenden Teil seiner Klimatrilogie („paradies fluten“, „paradies hungern“), wurde Thomas Köck mit dem Mülheimer Dramatikerpreis 2018 ausgezeichnet und jüngst in der Kritikerumfrage der Fachzeitschrift "Die deutsche Bühne" für "paradies spielen" zum Nachwuchsautor des Jahres gewählt.

Regie … Katja Ott
Bühne ... Bernhard Siegl
Kostüme ... Nina Hofmann
Video ... Kai Wido Meyer
Musik ... Jan S. Beyer & Jörg Wockenfuß
Licht ... Ernst Schießl
Dramaturgie ... Karoline Felsmann

Besetzung

Ich
Enrique Fiß
ein singender Kondukteur
Charles P. Campbell
zwei chinesische Wanderarbeiter
Ralph Jung
und
Violetta Zupančič
Marianne
Olga Prokot
Sonja
Alissa Snagowski
Doris
Marion Bordat
Fred
Ralph Jung
Martin
Martin Maecker
ausgebrannter Chor im ewigen ICE der Spätmoderne

Spielort

Markgrafentheater
Dauer 1 Stunde und 55 Minuten, keine Pause
Einführung 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn
am 16.11. Publikumsgespräch im Anschluss

Premiere: 29.06.2018

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