Der Untertan

nach dem Roman von Heinrich Mann

Diederich Heßling ist ein exemplarischer Vertreter des Wilhelminischen Zeitalters: Autoritär zu blindem Gehorsam erzogen, wächst der Sohn eines Papierfabrikanten zum fantasielosen Schüler heran und wird als Student in Berlin Mitglied einer schlagenden Verbindung. Korpsgeist und Militarismus liegen ihm. Verantwortung zu übernehmen, bedeutet für Heßling, nach oben zu buckeln, nach unten zu treten und das vorhandene Machtgefüge nach Kräften zu festigen. Sein größtes Idol: der deutsche Kaiser. Zurück in der Provinz, heiratet er reich, gerät mit einer gesunden Portion Opportunismus in die einflussreichen Kreise hinein und unterstützt im Dorf die nationalgesinnten Strömungen. Zugleich vergrößert er sein wirtschaftliches Imperium, indem er sich durch Intrigen und Manipulation rücksichtslos der Konkurrenz entledigt.
Heinrich Mann spiegelt in „Der Untertan“ so geistreich wie schockierend das Bild einer Gesellschaft, in der am erfolgreichsten Karriere macht, wer keine Fragen stellt und niemals Zweifel hat. Diederich Heßling wurde zum deutschen Spießer par excellence und zum prominentesten Vertreter einer zeitgeschichtlich passend herangezüchteten Generation von Mitläufern.

Bühnenfassung und Regie ... Matthias Kaschig
Dramaturgie ... Linda Best

Spielort

Markgrafentheater

Premiere: 07.03.2020
Öffentliche Probe: Ende Februar, 19:00 Uhr, Markgrafentheater
Früh-Stück: 01.03.20, 11:15 Uhr, Foyercafé