Mit Romeo und Julia im Klassenzimmer

mtg

In der Kooperation zwischen dem Marie-Therese-Gymnasium und dem Theater war die Inszenierung "Romeo und Julia" nicht nur Unterrichtsgegenstand in den musischen und geisteswissenschaftlichen Fächern sein, sondern auch in den Naturwissenschaften und im Sport. Die kulturelle Bildung bildete dabei die Basis. Denn Theater wohnt die Kraft inne, Wissen verschiedenster Disziplinen zu vernetzen. Und verknüpftes Wissen ist bleibendes Wissen.

Nicht für jede*n Schüler*in ist das Theater Teil des (Er-)Lebens, Gestaltungsmittel in der Freizeit und Erfahrungsraum, in dem man sich einbringen kann. Aber Theater will kein Nischenphänomen für eine bestimmte Gesellschaftsschicht ist. Und so eigneten sich die Schüler*innen es sich als Kulturwerkzeug an, machten es sich im wahrsten Sinne des Wortes zu eigen und bereicherten es durch ihre Sicht auf die Welt. Das ist die Basis von Theater und das ist auch die Basis gesellschaftlicher und politischer Teilhabe.

Mit „Romeo und Julia“ hinterfragten die Schüler*innen Rollenbilder und Liebesbegriffe hinterfragt, untersuchten die chemischen Vorgänge beim Verlieben und übersetzten Shakespeares Englisch in ihre eigene Sprache. Durch das genaue Beobachten und Beschreiben von theatralen Vorgängen lernten Schüler*innen die Sachverhalte und Beziehungen in einen Kontext einzuordnen und ihr eigenes Handeln und ihre Gefühle zu reflektieren. Im Vergleich verschiedener Inszenierungen begriffen sie Theater als Deutungsmöglichkeit und schärften so ihre Medienkompetenz.

Welches Theaterstück könnte die Gefühlsgemengelage 14-, 15-Jähriger besser beschreiben als Shakespeares „Romeo und Julia“? Das Liebespaar ist jung, ihre Gefühle leben sie naiv und stürmisch aus. Ihren Platz in der Gesellschaft müssen sie noch finden. Sie sind die idealen Protagonisten, mit denen sich Schüler*nnen der 9. Klassen identifizieren können. Es war also Zeit, Romeo und Julia mit in den Klassenraum zu nehmen.

Die Erlanger Nachrichten berichteten über die Kooperation: "Erlanger Schule im Liebesrausch"

Das Kooperationsprojekt bestand aus verschiedenen Modulen, die zum Teil vom Theater und zum Teil im Unterricht durchgeführt wurden:

Mit dem Theater geplante / durchgeführte Module

  • „Advance Organizer“ – Auftaktveranstaltung für alle 9. Klassen
  • Workshop „Was ist Theater – Zum Medienwechsel zwischen Literatur und Aufführung“ für jede 9. Klasse
  • Probenbesuch bei „Romeo und Julia“
  • Vorstellungbesuch von „Romeo und Julia“
  • Nachgespräch zur Inszenierung
  • Dokumentation / Präsentation während der 35. Erlanger Schultheatertage (weiter unten geben die Fotos Eindrücke der im Fachunterricht entstandenen Ausstellungselemente wieder)

Im Unterricht verankerte Module

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Deutsch: Zusammenarbeit mit dem Theater Erlangen in Workshops, Besuch einer Probe und der Aufführung, Aktualisierung sowie Aufbau des Dramas
Englisch: Who was William Shakespeare? What is the play about? Quotes, Arranging of a comic, translation into German
Wirtschaft und Recht: Marketingkonzept für „Romeo und Julia“

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Latein: Liebe als „Topos“ in der Literaturgeschichte
Geschichte: historische Aspekte der Tragödie (Das Elisabethanische Zeitalter oder Zur historischen Aufführungspraxis im 16./17. Jahrhundert oder Ewiger Landfriede vs. Bürgerkrieg und Fehdewesen oder Wie Verona sich als Ort der Tragödie verkauft) und Liebe und Verrat in Zeiten des Terrors und :„Romeo und Julia“: Liebe im Wandel der Zeiten! „Ge(h), dicht´ a mal a (Liebes-)Lied!“

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Musik: Unterrichtssequenz zu „Westside Story“
Biologie und Chemie: Vergiften – wirksam, schnell oder auf Zeit? / Liebe und Hormone – wenn die Chemie stimmt , Nachweis von Giften

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Ethik: „love is a battlefield“ – Vom Glück und Unglück des Liebens
Religion: Das Hohe Lied der Liebe – Romeo und Julia zwischen Agape und Sexus

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Kunst: Plakat und eventuell kleiner Schaukasten aus Papier zu „Romeo und Julia"

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