Künstlerisches Betriebsbüro (KBB)

Wann kommt ihr zum ersten Mal mit einer Produktion in Berührung?
Für die langfristige Spielzeitplanung müssen etwa eineinhalb Jahre im Voraus Proben- und Vorstellungstermine mit RegisseurInnen, BühnenbildnerInnen, MusikerInnen oder Schauspielgästen abgestimmt werden. Vor der Bauprobe, etwa drei Monate vor der Premiere, nehmen wir erneut mit den künstlerischen Teams Kontakt auf, um Vorgaben des Hauses zu kommunizieren und Proben, Unterbringung, Anfahrt etc. zu organisieren. Sind alle Beteiligten für die Proben vor Ort, koordinieren wir gemeinsam mit den technischen Abteilungen eine Feinplanung der Endproben.

Wann habt ihr zum letzten Mal mit einer Produktion zu tun?
So lange die Produktionen laufen, sind wir organisatorisch der erste Ansprechpartner für die Produktionen. Die künstlerischen Teams verabschieden wir üblicherweise bei der Premierenfeier, die GastschauspielerInnen oder -musikerInnen hingegen kommen zu den folgenden Vorstellungen immer wieder ans Haus. Mit ihnen sind wir also in stetem Kontakt bis zur letzten Vorstellung. Danach erfolgen üblicherweise Nachbesprechungen mit Mitarbeitenden der Gewerke und dem Ensemble, in denen wir reflektieren, was gut geklappt hat und was wir verbessern müssen.

Typische Begriffe oder geflügelte Worte, die ihr verwendet:

„Dispo“: Hiermit ist sowohl die generelle Jahres-, Monats- und Wochenplanung gemeint, als auch die wöchentliche Dispo-Sitzung, bei der die anstehenden Aufgaben besprochen werden.

„Tagesplan“: An allen Theatern wird nach Tagesplan gearbeitet, auf dem Proben, Vorstellungen und technische Arbeiten aufgelistet sind. Diesen erstellt das KBB täglich für den Folgetag bis spätestens 14.00 Uhr und leitet ihn an alle MitarbeiterInnen weiter.

„Das KBB macht keine Fehler“: Eine glatte Lüge, die von uns aber so lange bei jeder sich bietenden Gelegenheit gesagt wird, bis man uns endlich glaubt.

Was kann in eurem Bereich schiefgehen?
In Sachen Kommunikation kann natürlich vieles schiefgehen: wenn man versucht, per Sammelmail rund 80 Mitarbeitende über einen Sachverhalt zu informieren, kann es leicht zu Missverständnissen kommen. Der Super-GAU wäre natürlich, dass ein Schauspieler aus Hamburg oder Berlin von uns nicht über eine Vorstellung in Kenntnis gesetzt würde und wir dies erst am Vorstellungsabend feststellten. Das ist aber – Toi, Toi, Toi! – noch nie passiert.

Was war eine der letzten herausragenden Inszenierungen für eure Abteilung?
Die Eröffnungspremiere Bartholomäusnacht in der letzten Spielzeit war sicherlich eine besondere Herausforderung. Wir entwickelten Hygienekonzepte für die Spielstätten, waren aber auch dicht am Produktionsteam, um uns aller auftretenden Problemstellungen zu den Themen Abstandsregelungen, geltende Verordnungen oder Infektionsschutz annehmen zu können.

Gibt es Aufgaben, die ihr gerne an die Heinzelmännchen abtreten würdet?
Die eine oder andere hitzige Sitzung dürfte ein Heinzelmännchen gerne übernehmen. Oder, wenn bei den Theaterwohnungen mal wieder irgendetwas ausfällt oder kaputt geht.

Und welche Aufgaben würdet ihr euch auf keinen Fall nehmen lassen?
Keine, denn durch die vielfältigen Aufgaben als Schnittstelle zwischen Kunst, Gewerken und Technik ist kein Arbeitstag wie der andere.

Wie viele Dienstjahre am Theater Erlangen zählt eure Abteilung insgesamt?
24 Jahre
Wie viele Dienstjahre am Theater zählt eure Abteilung insgesamt?
30 Jahre